Bike-Sharing: Dein Leihfahrrad per App

Sie sind meistens bunt, schnell und warten garantiert an der nächsten Ecke – Leihfahrräder sind im Trend. Wie funktioniert das Bike Sharing System und welche Vorteile bieten sich gegenüber dem eigenen Fahrrad?

Bike-Sharing: Dein Leihfahrrad per App
© Drobot Dean
Erstellt von Velonest vor 3 Monaten
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Das Prinzip ist nicht neu: Als erstes zog das Car Sharing in Deutschlands Städte ein. Der Grund liegt auf der Hand: Ein eigenes Auto ist teuer und vor allem in der Stadt wegen der Abdeckung durch öffentliche Verkehrsmittel nicht nötig. Wird dann doch ein weniger gut angebundenes Ziel angesteuert oder man möchte flexibel sein, kann aus einem der unzähligen Car Sharing Anbieter ausgewählt und die Strecke innerhalb der Stadt mit dem Mietauto zurückgelegt werden.

Auch wenn das Car Sharing teilweise ausgewiesene eigene Parkplätze hat, sind Stau und Umweltverschmutzung nur einige der vielen Gründe, das Fahrrad dem Auto vorzuziehen. Die alternativen Elektroroller oder E-Tretroller, die mittlerweile überall gemietet werden können, sind zwar ökologisch unbedenklicher, sind jedoch auch nicht die sportlichste Lösung. Hier kommt das Bike Sharing ins Spiel.

Bike Sharing: Wie funktioniert’s?

Wer sich umweltbewusst und sportlich fortbewegen möchte, aber kein eigenes Fahrrad hat oder in einer fremden Stadt ist, kann auf ein Mietfahrrad zurückgreifen. Diese sind öffentlich zugänglich und in der Stadt verteilt. Entweder haben sie eigene Verleihstationen oder stehen frei an öffentlichen Plätzen, Fahrradwegen und am Wegesrand.

Fahrrad einfach per App ausleihen

Das Ausleihen der Fahrräder erfolgt meist per Online-Registrierung oder per App. Dazu wird ein Benutzerkonto angelegt, welches entweder das Aufladen eines Guthabens erlaubt oder direkt mit einem Bezahldienst verbunden werden kann.

Anschließend kann das nächste zur Verfügung stehende Rad auf einer interaktiven Karte ausfindig gemacht oder per Name, Stellplatznummer oder Leihstation gefunden werden. Alternativ kann auch direkt die Bezeichnung des Leihrads eingegeben werden, das dann freigeschaltet wird.

Wenn das Fahrrad freistehend ist, wird das elektronische Schloss einfach per Kundenkarte oder App geöffnet und es kann losgehen. Ist das Ziel erreicht, wird die Miete über die App beendet und das Fahrrad wieder an die Station oder per Schloss abgeschlossen.

Bike Sharing Anbieter

Die Leihfahrräder der Bike Sharing Anbieter sind entweder stationsgebunden- oder freistehend und reichen von klassischen Fahrrädern bis hin zu E-Bikes. Während es in Berlin eine Vielzahl an Anbietern gibt, gibt es beispielsweise in Hamburg mit dem sogenannten StadtRAD nur ein einziges System, das die gesamte Stadt versorgt. In München gibt es das MVG Rad der Münchner Verkehrsgesellschaft.

Die Mietfahrräder des Marktführers nextbike sind stationsgebunden, die Lidl-Bikes und mobikes stehen frei in der ganzen Stadt verteilt. Wer etwas Unterstützung braucht oder schneller vorankommen möchte, kann auch ein E-Bike von Lime Bike oder JUMP von Uber mieten. Weitere Anbieter sind u. a. Call-a-Bike von der Deutschen Bahn, Byke und Donkey Republic.

Vorteile des Bike Sharing

Der wohl größte Vorteil der Leihfahrräder ist die Spontanität und Ungebundenheit und trifft damit genau den Nerv der jungen und smarten Generation. Die Registrierung über das Smartphone ist schnell und unkompliziert. Wer zu Gast in einer Stadt ist, kann sich dank Bike Sharing flexibel und unabhängig fortbewegen, die Stadt erkunden und spontane Entscheidungen treffen. Auch für den Weg vom und zum Bahnhof eignet sich ein Mietrad perfekt.

Die Bezahlung ist bargeldlos und ebenso schnell und unkompliziert. Die Bike Sharing Preise variieren von Anbieter zu Anbieter. Von jährlichen und monatlichen Nutzungsgebühren bis zur minutengenauen Abrechnung ist alles dabei. Die Nutzungsgebühr wird in manchen Fällen auch als Guthaben verrechnet. Wenn die Räder an Stationen abgestellt sind, können Strafgebühren anfallen, sobald das Leihrad zu weit von der Station entfernt abgestellt wird.

Mit einem Durchschnittspreis von 2-4 Euro pro halbe Stunde sowie einer zeitlich beschränkten kostenlosen Nutzung, wie es beispielsweise das Hamburger StadtRAD anbietet, ist die Nutzung des Bike Sharing Systems vergleichsweise günstig.

Leihfahrrad vs. eigenes Fahrrad?

Macht Bike Sharing das eigene Fahrrad also überflüssig?

Neben der vielen Vorteile, die die Leihfahrräder bieten, ist das System natürlich nicht ohne Schwachstellen. Gerade kleine Städte sind nicht flächendeckend versorgt, sodass die Räder im Stadtkern hart umkämpft und andere Stadtteile zum Teil fahrradlos sind.

Doch auch das Gegenteil kann der Fall sein: In Städten wie Berlin wirkt es schon fast wie eine Invasion durch die Vielzahl der Mietfahrräder. Da es so viele unterschiedliche Anbieter in derselben Stadt gibt, kann es sein, dass man sich mehr als eine App herunterladen muss, wenn man gerade nicht das Rad der Wahl findet.

Und auch sonst ist das Bike Sharing System nichts für Routine-Liebhaber: Dadurch, dass das abgestellte Fahrrad jederzeit von anderen mitgenommen werden kann, ist der Rückweg nicht immer garantiert. Dies ist nicht nur unpraktisch, wenn davon der Arbeitsweg betroffen ist. Wer darüber hinaus auf einer täglichen Basis mit dem Miet-Rad zur Arbeit fährt, schont auf lange Sicht dann doch nicht unbedingt den Geldbeutel.

Das eigene Rad kann – zumindest, wenn es kein gebrauchtes Fahrrad ist – zwar eine teure, aber dafür nachhaltige Investition sein und wer es pflegt und mit Schloss und Riegel schützt, kann sich auch darauf verlassen, dass es im Gegensatz zu manchen Leihfahrrädern gut in Schuss und bei Antritt des Rückweges noch da ist.

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